Über hohe Erwartungen möchte an einer anderen Stelle noch mal ausführlicher schreiben. Hier soll nur kurz erwähnt werden, dass letzter Zeit nur wenige bis gar keine Bücher meine Erwartungen erfüllen kann. So kam es wahrscheinlich, dass ich Franzobel's Wiener Wunder mit einer gewissen Gleichgültigkeit in die Hände genommen habe, und genauso unerwartet hat es mich richtig amüsiert.
Ein Krimi (1 Punkt), spielt in Wien (noch 1 Punkt), sarkastisch-witzig (ganz viel Punkte).
Kurz zum Inhalt: Der Spitzensportler Wenninger, der vor Kurzem wegen Doping mit dem Wettkampf aufhören musste, wird tot auf der Straße aufgefunden. Er ist aus dem Fenster vom vierten Stock in die Tiefe gestürzt. Nach seiner gescheiterten Karriere geht man von seinem Selbstmord aus. Nicht so der Kommissar Groschen, der einige Tage davor eine anonyme Email erhalten hat, mit der Botschaft, dass ein berühmter österreichischer Sportler in den kommenden Tagen ermordet wird.
Es war natürlich kein Selbstmord...
Spannende Geschichte über die Sportlerkarriere, über die unglaublichsten Dopingmethoden, über die Verwicklung der Politik und der Sportartikelhersteller in dem Leistungssport, erzählt in den unterschiedlichen Vierteln Wiens, gewürzt mit Wiener Lebensart und gespickt mit Sätzen wie diese:
" (...) Groschen fragte den Kellner, als er ihm einen Teller mit Oliven hinschob, ob er einen Karl Stanek kenne, aber der zuckten nur mit den Schulter und wackelte verneinend mit dem Kopf. Nachdem ihn der Kommissar am Ärmel gepackt, ihm die Polizemarke gezeigt und etwas von Lebensmittelpolizei und Arbeitsrecht gemurmelt hatte, gab er zu, den Spritzen-Charly schon ein Paar mal gesehen zu haben, immer allein, nachmittags. (...)"
Das Buch ist bei Zsolnay erschienen und es ist auch sehr schön gestaltet (hier das Link)
Der Punkt 41. "ein Buch, von dessen Autor ich noch nichts gelesen habe" wird damit abgehakt.
Montag, 16. März 2015
Dienstag, 17. Februar 2015
Gerade auf meinem Nachtkästchen
Franzobel: Wiener Wunder
Ich bin erst bei ca. 10 % (ich lese das Buch auf meinem Kindle), aber es macht richtig Spaß. Es spielt in Wien, es ist ein Krimi und es ist witzig. Was will man mehr?
Eine ausführliche Rezension folgt noch.
Ich bin erst bei ca. 10 % (ich lese das Buch auf meinem Kindle), aber es macht richtig Spaß. Es spielt in Wien, es ist ein Krimi und es ist witzig. Was will man mehr?
Eine ausführliche Rezension folgt noch.
Samstag, 7. Februar 2015
Tonio Walter: Am sechsten Tag. Protokoll einer Vernichtung
Der deutsche Experte für Parapsychologie wird von einem italienischen Ehepaar eingeladen, in ihrer Villa in der Nähe von Genua einige mysteriöse Dinge aufzuklären: zitternde Lampen, platzenden Glühbirnen, durchs Fenster fliegende Steine. Täter unbekannt, Ursache unklar. Der "Dottore" sucht zunächst nach einer gewöhnlichen, naturwissenschaftlichen Erklärung, und stößt dabei auf unerwartete Aussagen, verschwiegene Geschichten, verheimlichte Ereignisse.
Dass der Autor Professor für Strafrecht ist, erklärt einiges an den einzelnen Aspekten. Kindesmissbrauch ist das eine, was letzter Zeit mit der katholischen Kirche und einigen Eliteinternaten in Verbindung gebracht wurde, aber häufig verschwiegen wurde, dass die meisten Fälle leider in der vertrauten Umgebung, nämlich in der Familie auftreten. Neben den Tätern gibt es noch die Mitwisser, die jedoch nichts unternehmen.
Das zweite Thema, was mich besonders beeindruckt hat, die Parapsychologie im Strafverfahren. Das ist natürlich ein bisschen überspitzt, zeigt aber, mit welchen Problemen die Gerichte konfrontiert werden, wenn Menschen ihre Taten mit der Mondphase, Schicksal oder - wahrscheinlich sehr häufig - mit Religion oder kulturellem Hintergrund erklären (Stichwort Ehrenmord).
Die Kernfrage war für mich (das dritte Thema) die Selbstjustiz. Wann ist es gerechtfertigt? Es war sehr clever, dass das Buch nicht in Deutschland, sondern in Italien spielt, also auf "neutralem " Terrain, wo wir uns mit den Einzelheiten nicht auseinandersetzen müssen: wie wird Kindesmissbrauch bestraft, wann ist es verjährt, brauchen wir strengere Gesetze oder werden nur bestehende Gesetze nicht "stark genug" eingesetzt. Der Autor, der dazu bestimmt seine eigene Meinung hat, will diese Fragen nicht beantworten, es ist schließlich ein Krimi, kein wissenschaftlicher Aufsatz. Eins ist jedoch sicher: wenn wir uns vor dem Gericht für unsere Taten nicht verantworten müssen, wird irgendwann ein Tag kommen, an dem jeder einzelne allein dasteht und alles erklären muss.
Bewertung:
Mit dem Buch setze ich einen Haken am Punkt 27 in meiner ReadingChallenge Liste.
Dass der Autor Professor für Strafrecht ist, erklärt einiges an den einzelnen Aspekten. Kindesmissbrauch ist das eine, was letzter Zeit mit der katholischen Kirche und einigen Eliteinternaten in Verbindung gebracht wurde, aber häufig verschwiegen wurde, dass die meisten Fälle leider in der vertrauten Umgebung, nämlich in der Familie auftreten. Neben den Tätern gibt es noch die Mitwisser, die jedoch nichts unternehmen.
Das zweite Thema, was mich besonders beeindruckt hat, die Parapsychologie im Strafverfahren. Das ist natürlich ein bisschen überspitzt, zeigt aber, mit welchen Problemen die Gerichte konfrontiert werden, wenn Menschen ihre Taten mit der Mondphase, Schicksal oder - wahrscheinlich sehr häufig - mit Religion oder kulturellem Hintergrund erklären (Stichwort Ehrenmord).
Die Kernfrage war für mich (das dritte Thema) die Selbstjustiz. Wann ist es gerechtfertigt? Es war sehr clever, dass das Buch nicht in Deutschland, sondern in Italien spielt, also auf "neutralem " Terrain, wo wir uns mit den Einzelheiten nicht auseinandersetzen müssen: wie wird Kindesmissbrauch bestraft, wann ist es verjährt, brauchen wir strengere Gesetze oder werden nur bestehende Gesetze nicht "stark genug" eingesetzt. Der Autor, der dazu bestimmt seine eigene Meinung hat, will diese Fragen nicht beantworten, es ist schließlich ein Krimi, kein wissenschaftlicher Aufsatz. Eins ist jedoch sicher: wenn wir uns vor dem Gericht für unsere Taten nicht verantworten müssen, wird irgendwann ein Tag kommen, an dem jeder einzelne allein dasteht und alles erklären muss.
Bewertung:
Mit dem Buch setze ich einen Haken am Punkt 27 in meiner ReadingChallenge Liste.
Montag, 2. Februar 2015
Lesen 2015
Am Anfang des Jahres war das Netz voll von guten Vorsätzen und Tipps dazu: Entspannungstechniken, Low-Fat-Rezepte, Weight-Watchers & Co. -Anzeigen, Simplify your life, etc. Warum man immer bis zum 1. Januar wartet, um sein Leben wieder in Ordnung zu bringen, verstehe ich nicht. Die Möglichkeit gibt es jeden Tag.
Ein Jahr ist jedoch ein wunderbarer Projektzeitraum. Einfach messbar, übersichtlich, und mit den Feiertagen am Ende abgeschlossen. Ich bin (wie ich es vorhin schon angedeutet habe) kein Freund von Neujahrsvorsätzen, aber ein "Projekt" habe ich mir vorgenommen:
Das 50-Punkte-Leseprojekt 2015!
Dabei geht es darum, jeweils ein Buch aus den folgenden Kategorien zu lesen:
Kategorien darf man nicht zusammenfassen, das heißt, tatsächlich fünfzig Bücher... Mal sehen, ob ich alles dieses Jahr noch schaffe. Es ist jedenfalls spannend, auf einige freue ich mich besonders, vor einigen habe ich ein bisschen Befürchtung, aber alles in allem freue ich mich auf diese Herausforderung.
Hier nochmal die Liste auf English:
#ReadingChallenge2015-Tweets
Ein Jahr ist jedoch ein wunderbarer Projektzeitraum. Einfach messbar, übersichtlich, und mit den Feiertagen am Ende abgeschlossen. Ich bin (wie ich es vorhin schon angedeutet habe) kein Freund von Neujahrsvorsätzen, aber ein "Projekt" habe ich mir vorgenommen:
Das 50-Punkte-Leseprojekt 2015!
Dabei geht es darum, jeweils ein Buch aus den folgenden Kategorien zu lesen:
- ein Buch mit mehr als fünfhundert Seiten
- ein klassisches romantisches Buch
- ein Buch, das verfilmt wurde
- ein Buch, das dieses Jahr erschienen ist
- ein Buch, in dessen Titel Ziffern vorkommen
- ein Buch, dessen Autor noch nicht 30 Jahre alt ist
- ein Buch, dessen Charaktere keine Menschen sind
- ein witziges Buch
- ein Buch, das von einer Frau verfasst wurde
- ein mystisches Buch oder Krimi
- ein Buch, dessen Titel nur aus einem einzigen Wort besteht
- ein Buch mit Kurzgeschichten
- ein Buch, das in einem fremden Land spielt
- ein Buch aus der "schönen Literatur"
- das erste Buch eines bekannten Schriftstellers
- ein Buch von meinem Lieblingsschriftsteller, das ich jedoch noch nicht gelesen habe
- ein Buch, das ein Freund empfohlen wurde
- ein Buch, das schon den Pulitzer-Preis gewonnen hat
- ein Buch, basierend auf wahren Begebenheiten
- ein Buch aus dem unteren Bereich meiner "Diese Bücher muss ich mal lesen!"-Liste
- ein Buch, das meine Mutter mag
- ein Buch, das unheimlich ist
- ein mehr als hundert Jahres altes Werk
- ein Buch, das ich nur wegen des Covers gekauft habe
- ein Buch, das ich schon in der Schule hätte lesen sollen
- ein Memoire
- ein Buch, das man an einem Tag lesen kann
- ein Buch, in dessen Titel Widersprüche auftreten
- ein Buch, das dort spielt, wo ich schon mal immer hinreisen wollte
- ein Buch, das in meinem Geburtsjahr erschienen ist
- ein Buch, wovon ich schlechte Meinungen gehört habe
- eine Trilogie
- ein Buch meiner Kindheit
- ein Buch, in dem eine Dreiecksbeziehung vorkommt
- ein Buch, das in der Zukunft spielt
- ein Buch, das in einem Gymnasium spielt
- ein Buch, in dessen Titel eine Farbe vorkommt
- ein Buch, bei dem ich geweint habe
- ein bezauberndes Buch
- ein Comic
- ein Buch, von dessen Autor ich noch nichts gelesen habe
- ein Buch, was ich habe aber noch nicht las
- ein Buch, das in meiner Heimatstadt spielt
- ein Buch, das ursprünglich nicht in meiner Muttersprache verfasst wurde
- ein Buch, das an Weihnachten spielt
- ein Buch, dessen Schriftsteller das gleiche Monogramm hat wie ich
- ein Theaterstück
- ein verbotenes Buch
- ein Buch, das auf einer TV-Sendung basiert oder woraus eine Fernsehadaptation wurde
- ein Buch, das ich mehrmals angefangen, aber nie beendet habe
Kategorien darf man nicht zusammenfassen, das heißt, tatsächlich fünfzig Bücher... Mal sehen, ob ich alles dieses Jahr noch schaffe. Es ist jedenfalls spannend, auf einige freue ich mich besonders, vor einigen habe ich ein bisschen Befürchtung, aber alles in allem freue ich mich auf diese Herausforderung.
Hier nochmal die Liste auf English:
![]() |
| Quelle: http://www.popsugar.com/love/Reading-Challenge-2015-36071458 |
Soweit ich richtig gesehen habe, gibt es einen Hashtag auf Twitter: #ReadingChallenge2015
Außerdem gibt es andere Blogger, die an dieser Challenge teilnehmen:
http://lettersalad.de/?p=5057
Und hier gibt es weitere zahlreiche Challenges:
http://www.lovelybooks.de/thema/2015-Challenges-rund-ums-Buch-1125176147/
Mir reicht diese eine...
Viele Grüße
Melinda
Dienstag, 14. Oktober 2014
Ökokiste 10.14.2014
In meiner Regionalkiste gab es diese Woche
Mangold
Rettich
Fenchel
Blumenkohl
Karotten
Zucchini
Kartoffeln
Für morgen Abend habe ich Spätzle mit Mangold geplant. Außerdem muss ich das Rezept noch aussuchen, was meine Fantasie in Bewegung gesetzt hat: Blumenkohlgratin mit Fenchel-Zwiebelsoße.
Rettich gibt es zu einer Brotzeit mit Obatzda, die Karotten landen wahrscheinlich in eine Ingwer-Kokos-Karotten-Suppe, die Zucchini in meine geliebte Zucchini-Pasta.
Kartoffeln braucht man immer.
Gillian Flynn: Gone Girl
Ich finde, Ben Affleck - spätestens seit dem Film Argo - hat endgültig sein Schöner-Mann-Romantischer-Typ-Image verloren, und er kann sich leisten, anspruchsvollere Rollen anzunehmen. So war meine Schlussfolgerung: wenn Ben Affleck die Hauptrolle in der Verfilmung von Gone Girl spielt, muss es eine anspruchsvolle Geschichte sein.
Vielleicht waren dadurch meine Erwartungen zu hoch: viele gute Kritiken und Ben Affleck natürlich trugen dazu bei, dass ich gedacht habe, dieses Buch wird mich fesseln (es handelt sich ja um ein Psychothriller). Schwer zu sagen, warum es nicht so war: es gab viele unerwartete Wendungen, ja. Es hat lange mit dem Leser gespielt ("Hat er es getan? Hat er nicht? Warum reagiert er so komisch?") und hat viele Fragezeichen bis zum Ende in der Luft gehalten, aber...
Tja, also mit den Erwartungen soll man ein bisschen sparsamer sein.
Vielleicht waren dadurch meine Erwartungen zu hoch: viele gute Kritiken und Ben Affleck natürlich trugen dazu bei, dass ich gedacht habe, dieses Buch wird mich fesseln (es handelt sich ja um ein Psychothriller). Schwer zu sagen, warum es nicht so war: es gab viele unerwartete Wendungen, ja. Es hat lange mit dem Leser gespielt ("Hat er es getan? Hat er nicht? Warum reagiert er so komisch?") und hat viele Fragezeichen bis zum Ende in der Luft gehalten, aber...
Tja, also mit den Erwartungen soll man ein bisschen sparsamer sein.
Mittwoch, 10. September 2014
Essen für zwei
Jedoch nicht für Frau und Mann, nein. Für Mutter und Kind. Obwohl meine Kleine bald drei wird und deshalb keine Pürees mehr braucht, mag sie nicht alles, was auf den Tisch kommt. So versuche ich, das was ich koche, ein bisschen für sie abzuwandeln. Meine Lieblingsnudeln, Spaghetti mit Zucchini und Salsa di noci hat sie somit "kindgerecht" bekommen.
Für Mami
Für die Tochter
Für Mami
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| Die Zucchini werden im Ofen gegrillt |
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| Brokkoli habe ich ausnahmsweise auch verendet |
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| Für die Soße: geröstete Walnüsse, geriebener Parmesan und Knoblauch |
| Das Ergebnis |
Die kleine Prinzessin hat kleine Nudeln bekommen und statt Brokkoli kamen Erbsen dazu. Die Zucchini habe ich in kleine Würfeln geschnitten und mit den Nudeln zusammengekocht.
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